QR-Codes sprayen

Wer kennt sie nicht, die kleinen quadratischen Zeichen mit merkwürdigen Punkten? Auf Werbeplakaten, Katalogen, Post- und Eintrittskarten, überall verbinden die praktischen Grafiken uns via Smartphone bzw. Tablet zu bestimmten Inhalten im Internet.

In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie man QR-Codes mittels einer Schablone auf eine Fläche sprühen kann. Damit können die Betrachter eures Graffitis zum Beispiel direkt zu eurer Homepage geleitet werden. Beachtet aber bitte unsere Hinweise zu den rechtlichen Grundlagen!

Dass QR-Codes auch als Graffiti funktionieren, verdanken wir übrigens der hohen Fehlertoleranz, die von den Entwicklern der Codes eingeplant wurden. Die Fehlertoleranz liegt bei 30%. Aus diesem Grund funktioniert ein QR-Code auch dann noch, wenn ein Teil verdeckt, oder wie im Falle eines gesprayten Codes, die Form nicht ganz perfekt ist.  Weitere Informationen zu den genialen Codes findet ihr hier bei Wikipedia.

Übrigens: die Codes funktionieren selbst dann noch, wenn das Graffiti abfotografiert wurde. Versucht es doch mal bei diesem Bild mit eurem Smartphone oder Tablet.

QR-Code erstellen und ausdrucken
Um einen QR-Code zu erstellen gibt es viele praktische Angebote im Internet. Nicht alle sind umsonst, bei einigen Anbietern ist die Zahl der zulässigen Scans limitiert, sodass der Code zum Beispiel nicht mehr funktioniert, wenn er öfters als 500 mal gescannt wurde. Wir haben für unseren Code qr-code-generator.de verwendet. Der Dienst ist kostenfrei und sehr intuitiv zu bedienen.

Wählt eine möglichst hohe Auflösung, zum Beispiel 1000×1000 Pixel, damit ihr den Code später gut vergrößern könnt!

Anschließend haben wir den Code mit Photoshop in zwei Teile zerlegt, um  jedes der beiden Teile möglichst groß im DIN A3-Format ausdrucken zu können. Wenn ihr keine Möglichkeit habt, um in DinA-3 zu drucken könnt ihr den Code auch in vier Teile schneiden und diese in Din A4 drucken. Wichtig ist nur, dass alle Teile exakt gleich groß sind.

 

 

Abbildung: Ausdruck des halbierten QR-Codes auf Din A3

 

 

 

 

Wenn ihr kein Photoshop habt, könnt ihr natürlich auch das kostenlose Grafikprogramm GIMP oder etwas ähnliches verwenden, um eure Datei zu zerschneiden.

Schablone für das Stencil erstellen
Ein Stenciist eine Grafik , die mit Hilfe einer Schablone auf eine Wand oder sonstigen Gegenstand gesprüht wird. In diesem Fall also unser QR-Code.

Für die Schablone solltet ihr eine dicke Pappe verwenden, zum Beispiel ein großes Stück  Tonpapier. Auf die Pappe werden die ausgedruckten Teile unserer QR-Codes geklebt. Verwendet dazu am besten Sprühkleber, damit das Papier des Ausdrucks überall mit der Pappe verbunden ist oder reibt beide Seiten mit einem Klebestift großflächig ein.

Als nächstes müsst ihr mit einem Bleistift Stege einzeichnen, damit einzelne weiße Quadrate des Codes nach dem Ausschneiden nicht aus der Schablone herausfallen. Das gilt natürlich vor allem auch für die drei Positionsmarker in den Ecken.

Wir haben die Stege halb so dick wie die Schwarzen bzw. weißen Quadrate gemacht, damit wir die Stege später von den  Quadraten unterscheiden können. Außerdem empfiehlt es sich an den Stellen, an denen die Quadrate nur am Eck verbunden sind, die Ecken etwas zu verstärken. Auch wenn die Ecken dadurch etwas abgerundet werden, kann der Code nachher noch gut gescannt werden.

 

 

Abbildung: Mit einem Bleistift werden Stege eingezeichnet und die Ecken markiert, die verstärkt werden müssen.

 

 

 

 

Nach dem ihr die Stege für die Stabilisierung festgelegt habt, schneidet ihr alle schwarzen Felder heraus. Arbeitet dabei sehr präzise, je genauer ihr arbeitet, um so besser funktioniert später der Code! Zum Schneiden solltet ihr ein scharfes Cuttermesser und ein Stahllineal benutzen, damit eure Schnitte präziser werden. Außerdem empfiehlt sich natürlich eine Unterlage.

 

 

Abbildung: Alles was später schwarz werden soll, wird herausgeschnitten. Trotz der Stege und der verstärkten Ecken funktioniert der Code an der Wand immer noch

 

 

 

Sprayen
Fixiert die Schablone mit Maler- bzw. Kreppband an der Wand. Die Schablone sollte möglichst dicht auf dem Untergrund anliegen. Anschließend sprüht ihr mit einem Abstand von 2-3 cm.  Haltet die Dose dabei parallel zum Untergrund und sprüht mit zügigen Bewegungen, damit die Farbe nicht verläuft. Die Farbe, die ihr verwendet muss nicht schwarz sein, sie sollte aber einen möglichst hohen Kontrast zum Untergrund bieten.

 

 

 

Abbildung: Die Schablone nach dem Sprayen. Wenn sie stabil gebaut ist, kann sie immer wieder verwendet werden.

 

 

 

 

Nacharbeiten
Zum Schluss müsst ihr noch die Stege übermalen. Das ist vor allem bei den quadratischen Positionsmarkern an den Ecken wichtig. Wenn die Stege im Code sehr dünn sind, kann der Code auch ohne Übermalen funktionieren. Zum Übermalen könnt ihr etwas Farbe auf den Boden einer anderen Spraydose sprühen und die Farbe dann mit einem dünnen Pinsel auftragen. Oder ihr verwendet einen wasserfesten Stift in der selben Farbe. Alternativ kann man sich auch eine zweite Schablone machen, auf der nur die Stege ausgeschnitten werden. Die erste Variante mit dem Nachmalen ist allerdings deutlich schneller und funktioniert auch.

 

 

 

Abbildung: Nach dem Sprayen sind die Stege und Verstärkungen in den Ecken noch deutlich zu sehen. Der Code funktioniert zwar auch jetzt schon, da die Stege dünner sind als die eigentliche Quadrate, aber mit einem wasserfesten Stift oder einem Pinsel mit etwas Sprühfarbe, lassen sie sich schnell übermalen.

 

Die legale Graffitiwand in Ludwigshafen, wo unser QR-Code gesprüht wurde, findet ihr hier:

Legale Graffitiwand LU Nord auf einer größeren Karte anzeigen