Rechtliche und moralische Aspekte

Sprayen in den eigenen vier Wänden oder dem eigenen Grundstück ist natürlich legal. Darüberhinaus gibt es einige Möglichkeiten, um legale Graffitis zu erstellen. Zum Beispiel an legalen Wänden, die von der Gemeinde frei gegeben wurden. Oder man informiert sich in Einrichtungen der Jugendarbeit etc., ob dort gesprüht werden darf.

Wer ohne Genehmigung des Eigentümers eine Wand oder einen anderen Gegenstand besprüht, macht sich strafbar und muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Hier kommen schnell viele Tausend Euro zusammen und manch ein erwachsener Sprayer zahlt noch viele Jahre für seine Taten aus der Jugend.

Aber davon abgesehen ist es auch eine moralische Frage: Was einem selber gefällt, muss einem anderen nicht unbedingt auch gefallen. Niemand würde es gerne sehen, wenn das eigene Fahrrad oder Auto plötzlich im Tigerenten-Look lackiert wurde, weil es einem anderen so besser gefällt und er es so einfach bunter findet.

Das gilt übrigens auch für Graffitis, die von anderen an eine legale Wand gesprüht wurden. Hier gilt die Regelung, dass das neue Graffiti, mit dem man ein anderes übermahlt, besser sein muss als das Alte!

Wie bei allen anderen Fragen im Leben gilt auch beim Sprayen der Grundsatz: Tue nichts, was du nicht möchtest, dass es dir ein anderer antut!

Wir haben übrigens in unserem Projekt die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen es ziemlich gut fanden, dass wir die Wand, die zuvor nicht so schön bemahlt war, neu gestaltet haben. Vor allem ältere Menschen kamen auf uns zu und sagten, dass es jetzt wieder richtig gut aussähe und es ihnen gut gefalle.

Wer dennoch im öffentlichen Raum ein Graffiti anbringen möchte, dem bleibt nur der Weg über virtuelle Graffitis. Augmented-Reality-Graffitis sind bisher noch völlig legal und können überall angebracht werden, wo man es möchte. Die Legalität hat aber auch hier ihre Grenzen: Volksverhetzende Hassparolen und illegale Zeichen sind virtuell genau so verboten und strafbar wie im echten Leben !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung: Auf dieser „legalen Wand“ beim Ludwigshafener Haupt-Friedhof können Graffitis legal gesprüht werden. Das neue Graffiti sollte aber immer besser als das Alte sein.

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